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Wirtschaftstreffen der FDP Bezirk Rheinfelden thematisiert die Medienwelt

Von: Hans Berger, Fricktal24

Im idyllischen Garten vom Hotel Schützen, Rheinfelden konnte am vergangenen Montag Christoph von Büren, Präsident der FDP Bezirk Rheinfelden rund sechzig, meist schick gekleidete Damen und Herren zum Willkommensdrink des Wirtschaftstreffens seiner Partei begrüssen.

(v.l.) Christoph von Büren, Martina Vieli, Walter Herzog

Christoph von Büren zeigte sich erfreut über die hohe Präsenz und würdigte die Anwesenheit von Nationalrätin Corina Eichenberger, Stephanie Mörikofer, Präsidentin der Spitex Schweiz, Grossrat Bernhard Scholl sowie viele lokale Würdenträger, welche nicht zuletzt auch die Bedeutung des Anlasses belegen würden. Einen besonderen Gruss richtete von Büren an die beiden Referenten Martina Vieli, lic. phil./MA, UZH PR Senior Consultant bei Farner Consulting AG  sowie Walter Herzog, Chefredaktor und Verleger Neue Fricktaler Zeitung AG, welche die Frage „Medien - Wohin?“ zu beantworten hatten.

 

Grundsätzlich ist es weder für einen Referenten, noch für einen Journalisten einfach, möglichst neutral über die eigene Branche zu dozieren oder zu schreiben, zumal sie sich in einer, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Revolution befindet und somit auch Emotionen damit verbunden sind. So wunderte und freute sich dann auch Walter Herzog, dass seine Partei am Wirtschaftstreffen nicht, wie eigentlich hätte erwartet werden können, die Währungs- und die daraus resultierende Wirtschaftskrise thematisierte, sondern die Medien, betonte aber zugleich die Vernetzung zwischen Wirtschafts- und Medienwelt. Zu Recht, wie sich dies im Laufe des Abends erwies.


Printmedien - Qualität und Vielfalt in Gefahr?

Der Objektivität, dem Credo des Journalismus verpflichtet, befasste sich Walter Herzog sachlich mit der Situation der Printmedien und meinte eingangs seines Referates: „Wir leben in einer fantastischen Zeit, alles  Wissen dieser Welt ist jederzeit zugänglich.“ Dass sich die gedruckten Zeitungen den elektronischen Medien stellen müssen, ist für Herzog ebenso keine Frage wie deren Existenzberechtigung. Weniger erfreut zeigte sich der Verleger aber darüber, dass heute Informationen gratis zu haben sind und dadurch vorwiegend junge Menschen kaum noch bereit seien, eine Zeitung zu abonnieren.

Trotzdem, für Walter Herzog ist die wirtschaftliche Dimension der weltweiten Revolution in der Medienbranche normal, Sorgen bereitet ihm aber deren staatspolitische Auswirkungen, wenn die Zeitungen ihre Verantwortung als die 4. Gewalt im Staat mangels Leserschaft nicht mehr wahrnehmen können. Obwohl  Herzog unter einem anderen Aspekt darauf hinwies, unterschätzte er jedoch diesbezüglich die digital-basierten Kommunikationsmöglichkeiten, die sogenannten „Social Media“. Denn nicht die Zeitungen, sondern das Volk hat via „Social Media“ mit Internet Tools  wie „Faceboock“, „Twitter“ oder „Youtube“ die Diktatoren von Ägypten und Libyen von ihren Sockeln gestürzt. Will heissen, die für eine funktionierende Demokratie notwenige 4. Gewalt könnte auch hierzulande, zusätzlich zum Abstimmungscouvert direkt vom Volk via „Social Media“ wahrgenommen werden.

Wenig Gefallen findet Walter Herzog auch am Untergang vieler kleiner Zeitungen und die Konzentration auf wenige Verlagshäuser und deren Machtmonopole. Die Qualität und Vielfalt sieht Herzog einerseits im Journalismus, respektive der Beschaffung von nicht bereits zensierten Informationen gefährdet und andererseits darin, wenn Grossverleger ihre Firmen ins Ausland verkaufen würden; als Beispiel dafür nannte er England. Sein Fazit lautete sodann sinngemäss: „Die Gefahr ist da - wenn der Sturm kommt, kann man aber noch handeln!“ Dem dazu gezeigten Bild war zu entnehmen, dass der Sturm bereits da ist.


Social Media für Unternehmen & Unternehmer
Nicht weniger spannend wie die Ausführungen von Walter Herzog war auch das Referat von Martina Vieli zum Thema Social Media. Doch wer all die, von der Referentin gelobten Möglichkeiten der digitalen Kommunikation ein wenig hinterfragte, dem konnte es Angst und Bange werden ab der uneingeschränkten Einflussnahme, welche diese Medien in sich bergen. So, wie sie, zumindest aus westlicher Sicht, in Nordafrika positiv genutzt wurden, geht dies eben auch umgekehrt. Aber wie Herzog sagte, alles klagen nutzt nichts, Social Media ist existent, jedoch müssen nicht nur die Medien und Unternehmen, sondern auch die Gesellschaft lernen, damit umzugehen.

Dies zu vermitteln war dann auch das Hauptanliegen von Martina Vieli. Dabei verschwieg sie nicht, dass, wer sich als Unternehmer auf Social Media einlässt sich viel Arbeit aufhalse, da auf jede ins Netz gestellte, für alle Nutzer sichtbare Kritik gut überlegt sofort reagiert werden müsse, was sie anhand von einigen positiven wie negativen Beispielen eindrücklich belegte. Die Vorteile von  Social Media sind ebenso bestechend wie deren Nachteile. Die Unternehmen sind zur Publikation ihrer Mitteilungen nicht mehr von den herkömmlichen Medien abhängig. Die Personalrekrutierung ist kostengünstiger und effizienter und der direkte Kontakt mit den Konsumenten ist hilfreich bei Marketingstrategien.

 

Fazit
Die abschliessende, angeregte Diskussion zeigte, dass die beiden Referenten es verstanden haben, das Plenum auf die Revolution im Medienwesen aufmerksam zu machen und die Themenwahl für das Wirtschaftstreffen der FDP Bezirk Rheinfelden keineswegs verfehlt war, sondern Wirtschaft und Informationsverbreitung, egal ob via Printmedien oder Social Media, eng miteinander verknüpft sind und, dass die Entwicklung beider Medienarten aufmerksam zu verfolgen und auf sie jeweils angemessen zu reagieren ist.

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