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Die Skepsis bleibt bestehen - Herbstversammlung "Kaufstadt"

Das geplante Erlebniscenter Weiherfeld beschäftigte die Herbstversammlung der «Kaufstadt».

Nahe der Autobahn-Querspange könnte ein Erlebniscenter entstehen. An der Herbstversammlung der Vereinigung «Kaufstadt» stand das gigantische Projekt im Mittelpunkt und lieferte ausreichenden Gesprächsstoff.

Die Skepsis bleibt bestehen RHEINFELDEN

Das geplante Erlebniscenter Weiherfeld beschäftigte die Herbstversammlung der «Kaufstadt». Nahe der Autobahn-Querspange könnte ein Erlebniscenter entstehen. An der Herbstversammlung der Vereinigung «Kaufstadt» stand das gigantische Projekt im Mittelpunkt und lieferte ausreichenden Gesprächsstoff. Analog zum kürzlich erst eröffneten Westside-Center bei Bern ist im Rheinfelder Westen ein etwa halb so grosser Komplex mit Sektoren für Einkaufen, Kultur, Freizeit, Sport und Wohnen auf einer Nutzfläche von rund 85 000 Quadratmetern geplant. Dorthin würden dann täglich gegen 10 000 Besucher strömen, lautet die Prognose. In den Reihen der «Kaufstadt»-Mitglieder dominiert allerdings Skepsis. Ihr Präsident Hans-Peter-Jäger zeigte sich schon gegenüber «Sonntag AZ» (Nr. 41 vom 12. Oktober) illusionslos: «Ich glaube nicht, dass es uns zusätzlich den grossen Kundenfluss ins Städtli bringt.» Er hält die Beschreibung des Einzugsgebiets für unrealistisch, denn Deutsche oder Franzosen brauchten solch ein Erlebniscenter nicht. Grundsätzlich begrüsse er visionäre Projekte, versicherte Jäger, «aber nicht auf Kosten der Altstadt». Die Politik sei nun in starkem Masse gefordert, gab er damals den Ball weiter. An der Herbstversammlung der «Kaufstadt» bestätigte nun Stadtammann Franco Mazzi zentrale Problempunkte: die allgemeine Verkehrssituation, keine Beeinträchtigungen für die Altstadt sowie mögliche Auswirkungen des Grossprojekts auf das Augarten-Quartier mit seinen rund 3000 Bewohnern. Mazzi gestand ein, von dem Projekt überzeugt zu sein, weil es die Region Rheinfelden aufwerte und mit etwa 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet werden dürfe. Dass solch ein Erlebniscenter starke Autoströme auslöst, bezweifelte auch Georg Schärrer von der Zürcher Nüesch Development nicht, als er am «Kaufstadt»-Treffen das Projekt erläuterte. Folglich spielt der Strassenverkehr im Zuge der (langwierigen) Abklärungen eine wichtige Rolle, zumal auch der Kanton eingebunden werden muss. «Die Projektidee ist sicherlich gut, aber wir haben noch zu viele offene Fragen», räumte Stadtoberförster Simon Ammann als Sprecher der Ortsbürgergemeinde, welcher das Land gehört, gegenüber «Sonntag AZ» ein. Die gesamte Stadtentwicklungsplanung müsse sich mit möglichen Auswirkungen eines Erlebniscenters beschäftigen. (ach) AZ vom 06.11.2008 Regionalteil Fricktal, Seite 7